CoMinGreat – Konzeption einer Mikroschadstoff-Plattform für die Großregion (Competence platform for micro-pollutants in the Greater Region)

Förderprogramm

Grenzüberschreitendes Programm zur Europäischen Territorialen Zusammenarbeit 2014-2020 INTERREG V A „Großregion“. Zur Großregion zählen Lothringen, die Wallonie, Luxemburg, Teile von Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Gesamtkosten des Projekts

1.953.993,13 Euro

Davon EFRE-Fördermittel:

1.172.395,86 Euro (60 %)

Kofinanzierer

  • Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes
  • Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
  • Ministère de l’Environnement, du Climat et du Développement durable du Luxembourg

Projektpartner (aktiv, mit Budget)

  • EVS (Leadpartner, sog. Federführender Begünstigter)
  • Technische Universität Kaiserslautern
  • Université du Luxembourg (Universität Luxemburg)
  • CNRS - Centre National de la Recherche Scientifique, Délégation Centre Est / Université de Lorraine
  • HYDREOS (Lothringen)
  • Centre Belge d’étude et de documentation de l’eau (CEBEDEAU, Belgien)

Strategische Projektpartner (ohne Budget, beratende Funktion):

  • Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes
  • Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
  • Administration de la gestion de l’eau (Luxemburgisches Wasserwirtschaftsamt)
  • Internationale Kommissionen zum Schutz der Mosel und der Saar (IKSMS)
  • Association Luxembourgeoise des Services d’Eau (ALUSEAU)
  • DWA-Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland
  • Société Publique de Gestion de l’Eau (Belgien)
  • Syndicat Intercommunal à Vocation Multiple de l’Alzette (SIVOM de l’Alzette, Lothringen)
  • Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz
  • Natur&Emwelt (Luxemburg)
  • Interkommunale Vereinigung IDELUX Eau (Belgien)

Laufzeit

01.01.2021 – 31.12.2022

Projektinhalt

1. Aufbau einer Internetbasierten Mikroschadstoffplattform als Wissensdatenbank

Die vorhandenen Kompetenzen, das vorhandene Wissen sowie vorhandene Daten zum Aufkommen und Verbleib von Mikroschadstoffen aus der GR sowie der nationalen und internationalen Gemeinschaft sollen gesammelt und systematisch aufbereitet über eine internetbasierte Plattform mit Hilfe einer interaktiven Karte gebündelt kommuniziert werden. Die Plattform soll über laufende Projekte und Arbeiten aus der Forschung sowie aus der Praxis informieren. Informationen für politische Entscheidungsträger sollen in geeigneter Weise aufbereitet werden. Die Plattform soll darüber hinaus der allgemeinen Öffentlichkeit Hinweise zum vorbeugenden Handeln (Reduzierung an der Quelle) geben.

2. Konzeption eines Informations- und Demonstrationszentrums

Für die Bürgerinnen und Bürger in der Großregion soll ein Informations- und Demonstrationszentrum konzipiert und auf der saarländischen Kläranlage Bliesen errichtet werden. Am Demonstrationszentrum soll die Öffentlichkeit über die grundlegende Problematik, Verfahren und Technologien zur Mikroschadstoffelimination zielgruppengerecht informiert werden. Daneben soll vermittelt werden, wie in jedem Haushalt oder Betrieb, an der Quelle, Einträge in das Abwasser vermieden oder reduziert werden können.

3. Stoffflussmodellierung als Instrument zur Ressourceneffizienz

Ein Bilanzmodell des Gewässers und ein Kläranlagenmodell sollen gekoppelt und am Beispiel des Referenzgebietes Blies angewendet werden. Hiermit können die Stoffeinträge aus der Siedlungsentwässerung sowie das Verhalten der Stoffe im Gewässer auf Grundlage des Abflussgeschehens abgebildet werden. Die Wirkung weitergehender Reinigungsstufen auf die Gewässerbelastung kann damit differenziert untersucht und bewertet werden. Durch die Untersuchungen sollen mittel- und langfristige Entscheidungen zum erforderlichen Ausbau kommunaler Kläranlagen mit additiven Reinigungsstufen und kurzfristige Entscheidungen zum Betrieb dieser Anlagen auf Grundlage des Gewässerabflusses gekoppelt werden.

4. Demonstrationsanlage

Auf der Kläranlage Bliesen soll eine mobile Versuchsanlage zur Erprobung verfügbarer Verfahrenstechniken realisiert werden.  Ziel hierbei ist die Optimierung der Verfahren sowie Verfahrenskombinationen bezüglich Reinigungsleistung und Kosteneffizienz. Dabei werden neben bereits bekannten und auch schon großtechnisch umgesetzten technischen Verfahren auch ein neu entwickelter Bodenfilter mit Spezialsubstraten sowie eine Kombination aus diesem mit einem technischen Verfahren erprobt. Dies stellt eine kostengündtige Alternative für kleinere und mittelgroße Kläranalgen im ländlichen Raum dar.

Projektziele

Die Sammlung und Harmonisierung des Wissens der Akteure und Entscheidungsträgern in der GR im Themenfeld Mikroschadstoffe und Bündelung in Form einer internetbasierten Plattform als Wissensdatenbank soll Wissensdefizite in der GR in unterschiedlichen Bereichen und auf unterschiedlichen Ebenen hinsichtlich des Umgangs mit Mikroschadstoffen im urbanen Wasserkreislauf reduzieren. Bereits vorhandene Kompetenzen sollen ausgebaut und der Wissenstransfer und -austausch gefördert werden. Darüber hinaus soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der GR selbst und über deren Grenzen hinaus nachhaltig ausgebaut werden. Mit dem Projekt sollen die Grundlagen in der GR geschaffen werden, um die Belastung der Gewässer zu reduzieren, womit insbesondere die Erreichung eines umfassenden und nachhaltigen Gewässerschutzes in der GR im Vordergrund steht.

Durch eine Demonstrationsanlage sollen konkrete immissionsbasierte und ressourcenorientierte Strategien erprobt werden, wodurch ein wesentlicher Beitrag geleistet wird, um den Bereich der Abwasserbehandlung und damit der Schutz der Gewässer energie- und ressourceneffizient zu gestalten. Die Steigerung der Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern, die die Kosten von zusätzlichen Maßnahmen letztlich bezahlen müssen, ist wichtiges Ziel des Projektes.

Mit den Ergebnissen des Projektes sollen die derzeit in den Ländern der GR entwickelten Strategien zum Umgang mit Mikroschadstoffen aus der Abwasserentsorgung verknüpft und dort, wo es sinnvoll ist, harmonisiert sowie der Daten-, Wissens- als auch Ergebnisaustausch auf unterschiedlichen Ebenen intensiviert werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite INTERREG VA Großregion: