ESI-CorA

Systematische Überwachung von SARS-CoV-2 im Abwasser (Abwassermonitoring)

Ziele des Projekts

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben sich zusammengeschlossen, um das Projekt „Systematische Überwachung von SARS-CoV-2 im Abwasser“ gemeinsam zu verfolgen. Das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) ist durch den Sanitätsdienst der Bundeswehr beteiligt.
Die laufenden Forschungsaktivitäten in Deutschland in den bereits durch BMBF geförderten Verbundprojekten zur Thematik des Abwassermonitorings von SARS-CoV-2 sollen für ein bundesweites Pilotvorhaben genutzt und in dieses integriert werden. Im Rahmen des Pilotvorhabens soll auch geprüft werden, ob auf seiner Grundlage die flächendeckende Einführung eines Abwassermonitorings oder eher ein repräsentatives Monitoring befürwortet werden kann. Ergänzend wird geprüft für welche weiteren Erreger (beispielsweise Polio, Influenza, AMR) das abwasserbasierte Surveillance System genutzt werden könnte.

Akteure und Gremien

Als Steuerungsgremium wurde ein Bund-Länder-Verbände-Lenkungsgremium eingesetzt in dem vertreten sind:

  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG),
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV),
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF),
  • Bundesministerium für Verteidigung (BMVg),
  • jeweils eine Ländervertretung für den Bereich Gesundheit und Umwelt (Abwasser),
  • Verband kommunaler Unternehmen (VKU),
  • Deutscher Städtetag.

Für die Begleitung des Pilotvorhabens wurden weitere Gremien gebildet, in dem neben dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Umweltbundesamt (UBA) u.a. auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den BMBF geförderten Vorhaben eingebunden sind.

Standorte

Für das Vorhaben wurde ein Bewerbungsverfahren durchgeführt, auf das sich 119 Standorte beworben haben. 20 sogenannte Pilotstandorte sehr unterschiedlichen Zuschnitts wurden ausgewählt, darunter auch die größte saarländische Kläranlage des Entsorgungsverbandes Saar in Saarbrücken-Burbach. Zum Pilotstandort im Saarland gehören:

  • der Entsorgungsverband Saar (EVS) als Projektverantwortlicher,
  • das Gesundheitsamt des Regionalverbandes Saarbrücken
  • und das beauftragte Analyselabor SGS Institut Fresenius.

Unterstützt werden die Projektpartner vom saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie dem Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Finanzierung

ESI-CorA wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Soforthilfeinstruments (Emergency Support Instrument-ESI) gefördert (No 060701/2021/864650/SUB/ENV.C2).

Insgesamt stehen 20 Millionen Euro zur Verfügung, von denen Deutschland 3,72 Millionen Euro erhält. Für die Teilnahme der Kläranlage Burbach gibt es eine Förderung in Höhe von 60.000 Euro.

Dauer und Ausblick

Die Pilotphase startet im Februar 2022 und ist bis zum Frühjahr 2023 geplant. Alle Standorte sollen maximal 11 Monate Abwasserproben entnehmen. Diese werden vor Ort mit den Gesundheitsdaten verknüpft um nach Möglichkeit in die pandemische Lagebeurteilung einfließen zu können.

Nach Ablauf der Pilotphase im Frühjahr 2023 soll darüber entschieden werden, ob auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse ein dauerhaftes flächendeckendes Abwasser-Monitoring für Deutschland empfohlen werden kann, oder ob sich die Erkenntnislage eher für ein repräsentatives Monitoring eignet.

Die Überwachung von Viren im Abwasser ist eine wichtige Ergänzung der Selbst- und Schnelltests. Da es sich um ein Pool-Verfahren handelt, können - anders als bei individuellen Tests der Schleimhäute - die Ausscheidungen vieler Menschen auf einmal ausgewertet und als Frühwarnsystem verwendet oder für die Konzeption lokaler Maßnahmen zugrunde gelegt werden.