Betrieb

Der EVS betreibt im Saarland 136 Kläranlagen, 293 Pumpwerke, 625 Regenüberlaufbecken und Staukanäle und rund 1.100 Kilometer Hauptsammler. Die Abwasseranlagen des EVS reinigen jedes Jahr enorme Mengen von Abwasser – rund 170 Millionen Kubikmeter waren es zum Beispiel 2019.

Kläranlagen-Betrieb mit eigenem Personal

Für den Betrieb der Kläranlagen, Kanäle und Sonderbauwerke sind rund 230 Mitarbeiter*innen tätig. Sie sorgen dafür, dass auf den Kläranlagen alles "läuft". Zu ihren Aufgaben zählen die Verfahrensüberwachung, die Bedienung und Wartung der dazugehörigen Maschinen, Geräte und Hilfsmittel sowie die Ausführung von Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten.

Auch das weitverzweigte Kanalnetz wird regelmäßig inspiziert. Kanäle müssen gereinigt und Pumpen ausgetauscht werden.


Wie unterschiedlich die Kläranlagen sind, die der EVS betreibt, zeigen zwei Beispiele: An die größte Kläranlage im Ortsteil Burbach der Landeshauptstadt Saarbücken sind rund 200.000 Einwohner angeschlossen. Die kleinste Kläranlage hat eine Anschlussgröße von nur 30 Einwohnerwerten und liegt in Neumühle in St. Wendel. Der Einwohnerwert (EW) ist eine in der Wasserwirtschaft gebräuchliche Rechengröße für die Bemessung von Kläranlagen. Er ergibt sich aus der Summe der angeschlossenen Einwohner und der gewerblichen Einwohnergleichwerte.


Überzeugendes Betriebskonzept

Der Betrieb aller kommunalen Kläranlagen im Saarland ist die Basis für Synergieeffekte, die der EVS intensiv nutzt, um wirtschaftliche und ökologische Vorteile zu erzielen:

1. Kleinere Kläranlagen werden vom Personal größerer Kläranlagen mitbetreut

Von den insgesamt 136 Kläranlagen werden 43 als Zentralkläranlagen und 93 als sogenannte Trabanten-Kläranlagen betrieben, die vom Personal der Zentralkläranlagen mitbetreut werden.

2. Fernwirk- und Automatisierungstechniken unterstützen den Betrieb

Wesentliche Prozessabläufe im Netz von Kanal und Kläranlage laufen weitgehend automatisiert ab. Durch den Einsatz von Fernüberwachungsmethoden werden Informationen über den laufenden Betriebszustand der Trabanten-Kläranlagen gewonnen. Die Vor-Ort-Präsenz des Anlagen-Personals kann gezielt und wirtschaftlich erfolgen. Störungsfrei arbeitende Anlagen müssen nur zur Routineüberwachung begangen werden.

3. Regionalzentren für übergeordnete Aufgaben

Über das Saarland verteilt hat der EVS auf verschiedenen Kläranlagen Regionalzentren eingerichtet. Maschinentechnik und spezielles Know-how werden an diesen Standorten zentral für andere Anlagen vorgehalten.

Zum Beispiel

  • für Instandhaltung und Wartung von Diesel- und Gasmotoren an Notstromaggregaten, Direktantrieben und Blockheizkraftwerken,
  • für den überörtlichen Einsatz von Elektrikern mit Spezialkenntnissen (SPS),
  • für Mess-/Steuer und Regeltechnik (am Standort Burbach) sowie
  • für den Unimogeinsatz mit mobilen Notstromaggregaten, Pumpen und Schläuchen.

Ein effizientes Betriebskonzept und eine moderne Verfahrenstechnik allein garantieren noch keinen Erfolg. Erst mit einem gut ausgebildeten Personal lassen sich komplexe Prozesse steuern und überwachen. Unsere Mitarbeiter*innen im Betrieb sind Ingenieure, Fachkräfte für Abwassertechnik oder verfügen über eine Ausbildung in einem Handwerksberuf. Durch regelmäßige Weiterbildungen ist eine Qualitätssicherung gewährleistet.


Betriebsdaten der Kläranlagen

Die Tabelle gibt einen Einblick in die Reinigungsleistung von 133 Kläranlagen des EVS (Jahr 2019). Nicht berücksichtigt sind die drei Sickerwasserkläranlagen auf den Zentral-Deponien.

  Menge Vergleich zum Vorjahr
Abwasser 171.935.302 m³ +3,60 %
Klärschlamm 654.739 m³
18.137 t Trockensubstanzgehalt
+1,10 %
Fäkalschlamm 32.995 m³ +3,40 %
Rechengut 2.423 t -3,70 %
Sand 3.144 t -11,40 %

Sie möchten wissen, wo Ihr Abwasser gereinigt wird?

Das können Sie ganz einfach selbst herausfinden. Auf unserer Karte finden Sie alle Kläranlagen-Standorte mit den angeschlossenen Einzugsgebieten.


Weiterführende Informationen