Kanalnetz

Der EVS plant, baut und betreibt auch die zu seinen Kläranlagen gehörenden Kanal- bzw. Hauptsammlernetze. Hauptsammler sind Sammelkanäle, die die Abwässer aus der Ortskanalisation aufnehmen und zur nächstgelegenen Kläranlage leiten. Um auch große Wassermengen ableiten zu können, weisen sie Durchmesser von bis zu 3 Metern auf.


Mehr als 1.000 Kilometer Hauptsammler

Die Hauptsammler des EVS haben in der Summe eine Länge von rund 1.100 Kilometern.

Bei trockenem Wetter fließt nur ein kleines Rinnsal Schmutzwasser durch die Kanalrohre. Bei Regen jedoch kann der Abfluss über das 100-fache ansteigen und auch die größten Hauptsammler innerhalb von Minuten bis oben füllen.

Zum Kanalnetz gehören neben den Hauptsammlern daher auch Anlagen zur Behandlung von Regenwasser.


Länge der Hautsammlernetze

Wie lang das zu einer Kläranlage gehörende Hauptsammlernetz ist, hängt von der Größe und Ausdehnung des angeschlossenen Einzugsgebietes ab. Von den insgesamt 136 Kläranlagen, die der EVS betreibt, hat die Kläranlage in Merzig das längste Hauptsammlernetz mit rund 90 Kilometern.

Bei kleineren Kläranlagen ist das Hauptsammlersystem oft nur wenige Kilometer lang.


Pumpwerke befördern das Abwasser auch bergauf

Die Hauptsammlernetze sind so angelegt, dass das Abwasser nach Möglichkeit von einem höheren Endpunkt aus im freien Gefälle zur Kläranlage fließt. Zusätzliche Energie ist nicht notwendig. Es ist jedoch nicht überall möglich, das Abwasser im sogenannten Freispiegel zu führen.

In Sonderfällen, zum Beispiel bei geringem Gefälle im Einzugsgebiet, werden Druckleitungen verwendet. Sind längere Strecken oder Höhenunterschiede zu überwinden, werden zusätzlich Pumpwerke eingesetzt.

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Pumpwerken:

  • Schmutzwasserpumpwerke
  • Regenwasserpumpwerke
  • Hochwasserpumpwerke

Kanalnetze müssen instand gehalten werden

Wie bei einem Straßenbelag ist auch die Lebensdauer von Kanälen begrenzt. Je nach Material und Betriebsbedingungen müssen sie spätestens nach 50 bis 80 Jahren erneuert werden.

Bei der Kanalsanierung kommt häufig ein so genanntes Schlauchlining-Verfahren zum Einsatz. Mit Hilfe einer Winde wird ein harzgetränkter Glasfaserschlauch in die schadhaften Abwasserrohre eingezogen, mit Druckluft an das Altrohr angedrückt und anschließend mit einer UV-Lichtquelle ausgehärtet. So entsteht ein "neues Rohr im Rohr". Der komplette Aushärtevorgang wird automatisch überwacht und protokolliert. Damit ist eine qualitativ hochwertige Sanierung des Altrohres gewährleistet.