Freitag, 14. August 2020

Spektakulärer Tauchereinsatz auf der Kläranlage Völklingen: Leerung der Faultürme und Optimierung der Gasproduktion

Foto: EVS


Seit Anfang August ist auf der EVS-Kläranlage in Völklingen ein Taucherteam aus Wien im Einsatz, um die beiden 21 Meter hohen Faultürme zu leeren. Ein digitales dreidimensionales Messsystem ermöglichte es im Vorfeld, sich einen genauen Überblick über die vorhandenen Ablagerungen im Faulturm zu verschaffen.

 

Die erfahrenen Berufstaucher räumen die Faultürme in einem neuartigen Verfahren, bei dem der Betrieb nicht unterbrochen werden muss und die Bausubstanz gegenüber klassischen Räumverfahren geschont wird.

 

Eingesetzt werden Saugschläuche und so genannte Mammutpumpen, die von den Tauchern individuell geführt werden, um optimal auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen zu können. So wird nur verdichtetes Material abgesaugt und die im wertvollen biologischen Flüssigschlamm enthaltenen Mikroorganismen, die zur Gasproduktion benötigt werden, geschont.

 

15 Jahre sind die Faultürme der Kläranlage Völklingen bereits in Betrieb, eine Räumung daher unvermeidbar. Besonders kritisch und störend beim Absaugen des Materials aus den Faultürmen sind - wie bei der Abwasserreinigung auch - die über die Toilette „entsorgten“ Hygieneartikel wie Feuchttücher, Ohrenstäbchen etc.. Diese führen zu Verzopfungen, die sich deutlich schwerer absaugen lassen als die eigentlichen Klärschlammanteile und die gesondert entsorgt werden müssen.

 

Im Anschluss an die Räumung der Faultürme werden diese mit einem patentierten energiesparenden Umwälzsystem ausgestattet. Eine gute Durchmischung des Faulschlammes ist nötig, um diesen stabilisieren und zugleich eine optimale Menge an wertvollem Methangas gewinnen zu können. Das Gas wird in Blockheizkraftwerken verstromt und für den Betrieb von Pumpen und Gebläsen direkt auf der Kläranlage Völklingen genutzt.

 

Lesen Sie hierzu auch unseren Blog-Beitrag:

Kläranlagen-Taucher gehen den Faultürmen in Völklingen auf den Grund