Mittwoch, 30. Januar 2019

Entsorgungsverband Saar investiert 1,8 Millionen Euro in die Optimierung der Regenwasserbehandlung in Bisten (Überherrn)


In Kürze beginnt der Entsorgungsverband Saar in Überherrn mit den Bauarbeiten zur Optimierung der Regenwasserbehandlung entlang der Rathausstraße (Höhe Etzelstraße/ Ortseingang Bisten). Im Frühjahr 2020 soll die komplexe Baumaßnahme abgeschlossen sein.

 

In einem ersten Schritt wird der Bewuchs auf den benötigten Baufeldflächen
entfernt. Hiervon betroffen ist die Fläche zwischen dem Gewerbegebiet Im
Häuserfeld und Ortseingang Bisten, die gegenüberliegende Fläche entlang
der L 167 bis zum Verkehrskreisel sowie der Bereich des Auslaufgrabens bis
zur Bist. Die Rodungsarbeiten werden in der Zeit der Vegetationsruhe ausgeführt
und bis Ende Februar abgeschlossen sein.


Sofern die Witterungsverhältnisse es zulassen, wird im Anschluss daran mit
der Ausführung der eigentlichen Bauarbeiten, in die der EVS rund 1,8 Millionen
Euro investiert, begonnen.

Dazu wird der aus den 70er Jahren stammende Hauptsammler im betroffenen
Abschnitt durch einen rund 300 Meter langen Staukanal ersetzt. Der neue
Staukanal mit einem Speichervolumen von 350 Kubikmeter hat die Aufgabe,
bei einem Starkregenereignis einen Rückstau im Kanalnetz zu verhindern.

 

Der vorhandene Notüberlauf in der Etzelstraße wird im Zuge der Maßnahme
durch ein modernes Regenüberlaufbauwerk ersetzt. Um Geruchsbelästigungen
zu vermeiden, wird der offene Auslaufgraben bis zur Einleitstelle in die
Bist verrohrt.

 

Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt die Wiederherstellung der Oberflächen.
Als Ausgleich für die Rodung der Gehölze zu Beginn der Maßnahme erfolgt
eine Neuanpflanzung von Hochstämmen.

 

Da Teile der Baumaßnahme in die öffentliche Verkehrsfläche hineinreichen,
können zeitlich begrenzte Behinderungen nicht gänzlich vermieden werden.

 

Der EVS bittet die Betroffenen hierfür um Verständnis und wird bemüht sein,
die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

 

Hintergrund:
Das Sammlersystem im Saarland wird überwiegend im Mischsystem betrieben,
das heißt, dass das häusliche Abwasser und das Regenwasser von befestigten
Flächen im gleichen Kanal abgeleitet werden.

Da die Sammler durch überdurchschnittlich große Wassermengen bei Regenwetter
oft überlastet wären, werden im Kanalsystem sogenannte Regenwasserbehandlungsanlagen
gebaut. Kommt mehr Wasser an, als vom Hauptsammler
aufzunehmen ist, wird dieses zunächst im Regenrückhaltebecken
gespeichert. Durch die Speicherung wird vermieden, dass der erste konzentrierte
Schmutzstoß – neben dem eigentlichen Abwasser werden bei starkem
Regen auch im Kanal befindliche Ablagerungen mitgeschwemmt - in den
Bach gelangt.

 

Erst nach kompletter Befüllung des Beckens erfolgt der Abschlag des dann
stark verdünnten und somit unschädlichen Mischwassers in die Gewässer. Die
Anlagen sind so ausgelegt, dass die geringe Schmutzstoffmenge, die letztendlich
noch in den Bach eingetragen wird, über dessen Selbstreinigungsfähigkeit
leicht abgebaut werden kann. Es kommt also zu keinerlei Schädigung des Gewässers
– im Gegenteil: Durch die Schaffung des Speichervolumens wird das
Gewässer stark entlastet.

 

Das im Regenüberlaufbecken gespeicherte stärker verschmutzte Abwasser
wiederum wird nach Abklingen des Regenereignisses mithilfe einer Abflusssteuerung
dosiert über den Hauptsammler in Richtung Kläranlage Überherrn
abgegeben.

 

 

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