Freitag, 21. September 2018

Entsorgungsverband Saar optimiert Regenwasserbehandlung für die Kläranlage Saarwellingen


Seit Ende Juni laufen in Reisbach (Saarwellingen) im Bereich des „Festplatzes“ die Bauarbeiten zur Optimierung der Regenwasserbehandlung. Am 18. September stellte der EVS interessierten Bürgerinnen und Bürgern das Projekt vor Ort vor.

 

Der EVS investiert in die Maßnahme, die zur Abwasseranlage Saarwellingen gehört, rund 630.000 Euro.

 

Zur Baumaßnahme gehören der Neubau eines 80 Meter langen Stauraumkanals einschließlich des Drossel- und Entlastungsbauwerkes sowie eine rund 16 Meter lange Entlastungsleitung.Die geplante Bauzeit beläuft sich auf ein Jahr, so dass mit einem Bauende im zweiten Quartal 2019 gerechnet werden kann. Während der Reisbacher Kirmes wurden die Bauarbeiten unterbrochen, damit das traditionsreiche Fest wie gewohnt stattfinden konnte.

 

Der EVS bittet die Bevölkerung um Verständnis dafür, dass ein solch komplexes Projekt nicht ohne Verkehrsbehinderungen und Lärmbeeinträchtigungen realisiert werden kann. Der Verband wird bemüht sein, diese so gering wie möglich zu halten.

 

Fragen zur Baumaßnahme beantwortet gerne die Bauoberleitung des EVS:Dipl.-Ing. Thomas MeyerTel. 0681/5000-239E-Mail: thomas.meyer(at)evs.de

 

Hintergrund:

 

Das Sammlersystem im Saarland wird überwiegend im Mischsystem betrieben, das heißt, dass das häusliche Abwasser und das Regenwasser von befestigten Flächen im gleichen Kanal abgeleitet werden.Da die Sammler durch überdurchschnittlich große Wassermengen bei Regenwetter oft überlastet wären, werden im Kanalsystem sogenannte Regenwasserbehandlungsanlagen gebaut. Kommt mehr Wasser an, als vom Hauptsammler aufzunehmen ist, wird dieses zunächst in Regenüberlaufbecken oder Stauraumkanälen gespeichert. Durch die Speicherung wird vermieden, dass der erste konzentrierte Schmutzstoß – neben dem eigentlichen Abwasser werden bei starkem Regen auch im Kanal befindliche Ablagerungen mitgeschwemmt - in den Bach gelangt.Erst nach kompletter Befüllung des Stauraumes erfolgt der Abschlag des dann stark verdünnten und somit unschädlichen Mischwassers in den Bach.

 

Die Anlagen sind so ausgelegt, dass die geringe Schmutzstoffmenge, die letztendlich noch in den Bach eingetragen wird, über die Selbstreinigungsfähigkeit des Baches leicht abgebaut werden kann. Es kommt also zu keinerlei Schädigung des Gewässers – im Gegenteil: Durch die Schaffung des Speichervolumens wird das Gewässer stark entlastet.Das im Stauraumkanal gespeicherte stärker verschmutzte Abwasser wiederum wird nach Abklingen des Regenereignisses mithilfe einer Abflusssteuerung dosiert über den Hauptsammler in Richtung Kläranlage – hier die Kläranlage Saarwellingen - abgegeben.

 

 

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