Fragen und Antworten zum Grüngut

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grüngut-Sammlung und -Verwertung im Saarland. 

Biogut, also organische Küchen- und Gartenabfälle, wie z. B. Brot- und Gebäckreste, Eierschalen, Gemüse- und Salatabfälle, Speisereste oder Blumenabfälle, gehört in die Biotonne. Das Biogut wird in der Biotonne gesammelt und durch den EVS im 14-Tage-Rhythmus abgeholt. Die Verwertung des Biogutes erfolgt aktuell noch außerhalb des Saarlandes. Um auch für diesen Wertstoff eine regionale und wirtschaftliche Verwertung zu ermöglichen, plant der EVS am Standort Velsen ein modernes „BioMasseZentrum“ (BMZ), in dem zukünftig aus dem Biogut Energie und Qualitätskompost gewonnen wird. Der Übergang in den Regelbetrieb ist, nach der Bau- und Inbetriebnahmephase, für das Jahr 2024 vorgesehen. 

 

Grüngut hingegen sind Gartenabfälle, im Wesentlichen Baum-, Hecken-, und Grasschnitt sowie Laub und krautiges Material aus der Gartenpflege. Gesammelt wird das Grüngut im Bringsystem auf den Sammelplätzen der Kommunen. Kleinmengen können auch in die Biotonne gegeben werden.

Aufgabe des EVS:

Durch eine entsprechende Änderung des Saarländischen Abfallwirtschaftsgesetzes (SAWG) und des Gesetzes über den Entsorgungsverband Saar (EVSG) im Jahr 2014 wurde ein Zuständigkeitswechsel für die Verwertung des privaten Grüngutes von der Kommune zum EVS festgeschrieben. Der EVS übernimmt das Grüngut von den Sammelplätzen der Kommunen und ist für den Transport, die Behandlung und die hochwertige Verwertung des Materials zuständig.


Aufgabe der Kommunen:

Die Kommunen sind verpflichtet, ihren Bürgern eine Sammelmöglichkeit bzw. einen Sammelplatz für Grüngut bereitzustellen und diesen zu betreiben. Die Kommune ist somit für die Grüngutannahme und -sammlung sowie für die Bereitstellung der gesammelten Grüngutmengen für eine Abholung durch den EVS zuständig.

 

Da die rechtlichen Anforderungen an die Sammelplätze gestiegen sind und die Bereitstellung eines auflagenkonformen Sammelplatzes die Kommunen finanziell stark <s>her</s>fordert, wird seitens der betroffenen Kommunen teilweise die Möglichkeit wahrgenommen, zur Bewältigung dieser Aufgabe interkommunale Kooperationen zu gründen und einen gemeinsamen Sammelplatz für mehrere – meist zwei – Kommunen bereitzustellen.


Die gesetzlich festgelegte Zuständigkeit des EVS für die Grüngutverwertung bezieht sich lediglich auf das Grüngut aus privaten Haushaltungen und nicht auf das Grüngut, das z. B. im Rahmen der Park- und Landschaftspflege auf kommunalen Flächen anfällt. Sofern die Kommune jedoch aus wirtschaftlichen Gründen die Verwertung des kommunalen Grüngutes nicht selbst gewährleisten kann, ist der EVS verpflichtet, auch diese Mengen zu übernehmen und für deren ordnungsgemäße Verwertung Sorge zu tragen.

Die rechtlichen Anforderungen an Sammlung, Lagerung und Verwertung des Grüngutes sind in den letzten Jahren enorm gestiegen z. B. durch entsprechende Regelungen der Bioabfallverordnung und der Düngemittelverordnung (DüMV) sowie die Einstufung von Grüngut als wassergefährdendem Stoff nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Wasserhaushaltsgesetz.

 

Den hier formulierten Anforderungen z. B. für die Kontrolle, Überwachung und Dokumentation der Kompostierung sowie den umfassenden Vorgaben der Genehmigungsbehörde zur baulichen Ausgestaltung der Grüngut-Sammelplätze wurden die bestehenden kommunalen Kompostierungsanlagen, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr gerecht. Darüber hinaus werden an die Qualität von Komposten mittlerweile sehr hohe Anforderungen gestellt, die in der Vergangenheit in vielen Fällen nur sehr unzureichend erfüllt wurden, was den Absatz des produzierten Kompostes erheblich erschwerte.

 

Die bisherigen sehr heterogenen, kleinteiligen und dezentralen kommunalen Verwertungslösungen waren aus den o. g. Gründen insgesamt immer weniger wirtschaftlich und ökologisch darstellbar.

 

Die meisten Sammelplätze mussten und müssen aufgrund der erhöhten rechtlichen Anforderungen teilweise noch instandgesetzt und neu hergerichtet werden. Der finanzielle Aufwand hierfür ist aber bei einer ausschließlichen Nutzung der Anlage als kommunale Sammelstelle, und nicht mehr auch als genehmigungskonforme Kompostierungsanlage, deutlich geringer.

Das gesamte aus saarländischen Privathaushalten stammende Grüngut wird nun einer hochwertigen ökologischen Verwertung zugeführt, die den gesetzlichen Rahmenbedingungen entspricht.

 

Ziel dieser Verwertung ist die effiziente Herstellung von Qualitätskomposten und deren Rückführung in den Stoffkreislauf – ganz im Sinne einer modernen Kreislaufwirtschaft.

Die Kosten für die Grüngutverwertung und damit die an den Sammelplätzen gegenüber den Bürgern erhobenen Gebühren setzen sich aus den Kosten der Kommunen für die Sammlung des Materials und für die Nachrüstung der Sammelstelle (Aufgaben der Kommune) sowie den Kosten für Transport und Verwertung des Grüngutes (Aufgabe des EVS) zusammen.  

 

Für den Transport und die Verwertung des Grüngutes durch den EVS gibt es saarlandweit einen einheitlichen Verwertungspreis pro Tonne Grüngut, der den Kommunen – bemessen nach deren jeweilig gesammelten Grüngutmengen – durch den EVS in Rechnung gestellt wird.  

 

Da sowohl der Finanzbedarf für die Nachrüstung der jeweiligen kommunalen Sammelstelle, als auch die Höhe der Betriebskosten, z. B. für das beschäftigte Personal und die eingesetzten Geräte, sich von Kommune zu Kommune unterscheiden, fallen auch dieGesamtkosten und damit die Gebühren, die von den BürgerInnen zahlen sind, unterschiedlich aus.

Wenn es die Möglichkeiten am Sammelplatz erlauben und eine entsprechende Nachfrage besteht, bietet der EVS an, gütegesicherten Kompost zum Verkauf an die Sammelplätze zurückzuführen. Bitte fragen Sie diesbezüglich an Ihrem Sammelplatz nach.

 

Außerdem ist ein direkter Erwerb von entsprechendem Kompost an der Kompostierungsanlage des EVS in Ormesheim möglich.

Beauftragt eine Privatperson für die Gartenpflege und/oder den Abtransport von Grüngut aus seinem privaten Garten einen Gewerbetreibenden, so zählt dieses Grüngut als privates Grüngut und kann somit am kommunalen Sammelplatz abgegeben werden. Gegebenenfalls ist vor Ort an der Sammelstelle ein Nachweis über die private Herkunft erforderlich.

 

Die Sammlung und Verwertung von rein gewerblichem Grüngut (sprich z. B. Material von Baumschulen oder dem gewerblichen Gartenbau) fällt nicht in die Zuständigkeit des EVS. Hierfür können private Verwerter angefragt werden oder einzelne Kommunen, die gewerbliche Grüngutmengen eigenständig oder über Dritte verwerten.

  • Baum-, Hecken- und Grünschnitt,
  • Laub,
  • Gras,
  • Äste (< 2 m Länge und < 15 cm Durchmesser),
  • Strauchwerk und vergleichbare Materialien.
  • störstoffhaltiges Grüngut,
  • Küchenabfälle und Speisereste,
  • Grüngut, das mit Schadstoffen belastet ist,
  • Äste über 15 cm Durchmesser oder über 2 Meter Länge,
  • Wurzelstöcke,
  • Grüngut aus der Land- und Forstwirtschaft sowie aus Gärtnereien und sonstigem gewerblichen Gartenbau,
  • Altholz, auch unbehandelt,
  • Stall- und Kleintiermist,
  • Erdreich, Oberbodenabtrag oder Grasnarben sowie
  • Grüngut das gesundheitsschädlich ist oder dessen schadlose und ordnungsgemäße Verwertung nicht sichergestellt werden kann, wie z. B. bei Schädlingsbefall (z. B. Buchsbaumzünsler) oder manchen invasiven Arten (z. B. Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude), Ambrosia (Beifußblättriges Traubenkraut)).

Die insgesamt 45 kommunalen Grüngutsammelplätze werden durch Auftragnehmer des EVS individuell angefahren. Das dort durch die Kommune gesammelte Grüngut wird – wo dies genehmigungsrechtlich möglich ist – zur Optimierung der Transportauslastung geshreddert und zu den Verwertungsanlagen abtransportiert.

 

Die übernommenen Grüngutmengen werden in der EVS-eigenen Kompostierungsanlage in Ormesheim, in der Grüngutverwertungsanlage des ZKE in Saarbrücken-Gersweiler und in den Verwertungsanlagen des lothringischen Partnerverbandes Sydeme (die „Methavos“-Anlage in Saargemünd und die „Methavalor“-Anlage in Forbach) verwertet. Weitere Mengen werden, als Ergebnis einer vergaberechtlich vorgegebenen europaweiten Ausschreibung, durch die Gebr. Arweiler in Saarwellingen sowie in einer Anlage im pfälzischen Mutterstadt verarbeitet.

 

Grundsätzlich wird das angelieferte Grüngut, nach Herausnahme etwaiger Störstoffe etc., einer Kompostierung zugeführt und ein Qualitätskompost hergestellt, der privat, aber auch in der Landwirtschaft, dem Garten- und Landschaftsbau sowie in Erdenwerken genutzt werden kann. Teilweise werden die holzartigen Bestandteile über eine Absiebung aus dem Prozess aussortiert und für gewöhnlich einer thermischen Verwertung z. B. in Biomasseheizkraftwerken zugeführt. 

Der EVS ist bestrebt einen rein saarländischen Verwertungskreislauf für Grüngut zu schaffen. Die derzeit bestehenden Verwertungskapazitäten im Saarland reichen jedoch nicht aus, alle anfallenden Grüngutmengen zu verwerten. Daher müssen Transport und Verwertung aktuell noch zu einem Teil durch Unternehmen außerhalb des Saarlandes umgesetzt werden.

 

Der EVS als öffentlich-rechtliche Institution ist bei der Vergabe von Bau- und Dienstleistungen an die Vorgaben des Vergaberechts gebunden. Um einen gerechten Wettbewerb zu gewährleisten, müssen danach die Leistungen von Grünguttransport und -verwertung europaweit öffentlich ausgeschrieben und vergeben werden. Eine regionale Beschränkung der Ausschreibung auf das Saarland verstieße gegen die Vorgaben des Vergaberechtes.

 

Das Mengengerüst, das sich aus dem nun umgesetzten Grüngutkonzept ergeben wird, bildet die Datenbasis für verfahrenstechnische, wirtschaftliche und logistische Optimierungsansätze. So kann der EVS zukünftig auf der Grundlage eines soliden Mengengerüstes entscheiden, ob z. B. im Nordsaarland eine eigene zusätzliche Verwertungsanlage sinnvoll errichtet werden kann, um auch für Grüngut einen Wertstoffkreislauf ausnahmslos im Saarland zu schaffen.

Die Zuständigkeit für Einrichtung und Betrieb der Grüngutsammlung liegt bei der Kommune. Sie regelt entsprechend auch die Öffnungszeiten und die Gebühren. Bitte wenden Sie sich bei diesbezüglichen Fragen an Ihre Kommune.

Kunden-Service-Center

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