Sydeme und Entsorgungsverband Saar unterzeichnen Vertrag über grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Synergien bei der Abfallentsorgung nutzen
Mit dem Ziel einer sowohl ökologisch als auch ökonomisch optimalen Nutzung der Abfallaufbereitungskapazitäten in der deutsch-französischen Grenzregion haben der Entsorgungsverband Saar und Sydeme (Syndicat Mixte de Transport et de Traitement des Déchets Ménagers de Moselle Est) vereinbart, eine Zusammenarbeit im Bereich der Entsorgung der jeweiligen Abfallströme aufzubauen.
Der Inhalt dieser Partnerschaft wurde in einem Vertrag festgehalten, der am 24. Oktober 2011 vom Sydeme-Präsidenten, Charles Stirnweiss, und den EVS-Geschäftsführern, Karl Heinz Ecker und Dr. Heribert Gisch, unterzeichnet wurde. Konkret geht es darum, die Behandlungskapazitäten der Verbrennungsanlage in Neunkirchen sowie die der Sydeme-Biogasanlage, die seit kurzem in Morsbach (bei Forbach) in Betrieb ist, zu optimieren. Sydeme, das über keine Restmüll-Verbrennungsanlage verfügt, kann bis zu 70.000 Tonnen Restmüll pro Jahr in Neunkirchen anliefern. Im Gegenzug kann der EVS bis zu 15.000 Tonnen Bioabfälle pro Jahr behandeln lassen, wenn in der Biogasanlage die entsprechenden Kapazitäten vorhanden sind.
Der EVS rechnet durch die vertraglich vereinbarten Mengen mit einem beachtlichen Deckungsbeitrag für seinen Haushalt. Sydeme seinerseits kann ab Inbetriebnahme der Biogasanlage einen voll ausgelasteten Betrieb sicherstellen, obwohl die Multiflux-Maßnahmen noch nicht in vollem Gange sind. Der Kooperationsvertrag zwischen Sydeme und dem EVS tritt bei Unterzeichnung in Kraft und endet zunächst Ende 2016. Bis dahin kann das Vertragsverhältnis zwischen EVS und E. On Energy from Waste (EEW) als Betreiber der Abfallanlage in Neunkirchen gekündigt werden.
„Bis dahin wird das Mülltrennsystem „Multiflux“ auf französischer Seite das gesamte Gebiet abdecken und sich die Mülltrennung so gut durchgesetzt haben, dass die Bioabfall-Mengen aus dem Sydeme-Gebiet ausreichen, um die neu gebaute Biogasanlage voll zu betreiben“, prognostiziert Sydeme-Präsident Charles Stirnweiss.
„Wir sehen den heute unterzeichneten Vertrag auch als Basis für weitere gemeinsame Projekte“, stellt EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker fest. Und sein Amtskollege Dr. Heribert Gisch ergänzt: „Schon lange stehen wir im Austausch mit den Verantwortlichen von Sydeme, denn beide Seiten sind der festen Überzeugung, dass die Klärung infrastruktureller Fragen und Bedarfe nicht an Landesgrenzen halt machen darf.“
