7/2009

Verbandsversammlung verabschiedet Wirtschaftsplan 2010 mit großer Mehrheit

In der Verbandsversammlung des EVS, in der alle saarländischen Kommunen vertreten sind, wurde am 8. Dezember der Wirtschaftsplan 2010 mit großer Mehrheit verabschiedet. Mit dem Wirtschaftplan 2010 des EVS wurden wesentliche Weichen gestellt, um eine mittelfristige Entschuldung des Verbandes, wie sie gesetzlich gefordert wird, erreichen zu können.

So konnte für die Abfallentsorgung bereits für 2010 auf eine Gebührenerhöhung verzichtet werden. Für die überörtliche Abwasserentsorgung wurde eine Erhöhung des einheitlichen Verbandsbeitrages um 5 Prozent beschlossen. Das macht bei einer vierköpfigen Familie bei durchschnittlichem Verbrauch rund 1,60 Euro pro Monat zusätzlich aus.

Ausschlaggebend für die Erhöhung ist insbesondere die immense Zinsbelastung aufgrund der hohen Investitionen in die Abwasserinfrastruktur, die nicht wie in anderen Bundesländern durch Zuschüsse aufgefangen werden. Außerdem schlägt der sinkende Verbrauch an Frischwasser deutlich zu Buche, auf dem die Gebührenberechnung basiert. Hier müssen die Fixkosten für die benötigte Infrastruktur auf immer weniger Kubikmeter umgelegt werden.

Bis spätestens 2013 soll aber auch im Abwasserbereich die „schwarze 0“ möglich gemacht werden.

Großes Interesse am Abwasser-Forum des Entsorgungsverbandes Saar "Kanalsanierung - Herausforderung der Zukunft"

Am 25. November veranstaltete der Entsorgungsverband Saar in Kooperation mit dem Saarländischen Städte- und Gemeindetag und dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz im Eventhaus „Alte Schmelz“ in St. Ingbert sein diesjähriges Abwasser-Forum. Unter dem Titel „Kanalsanierung – Herausforderung der Zukunft“ gab es nicht nur interessante Vorträge zum Thema, sondern auch eine umfassende Fachausstellung.

 

„Der Sanierungsbedarf an unserem über- und innerörtlichen Abwassernetz ist ein immens wichtiges Thema, eines, das uns in Zukunft zunehmend fordern wird“, so EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker bei seiner Begrüßung. „Nur mit einem funktionierenden Kanalsystem ist das hohe Niveau, das wir in der Abwasserentsorgung und -reinigung für das Saarland erreicht haben, dauerhaft zu halten. Ein Aufschieben nötiger Sanierungsmaßnahmen wäre daher extrem fahrlässig“, so Ecker. Ein großer Teil der inner- und überörtlichen Kanäle im Saarland ist in einem Alter, das mehr oder weniger umfängliche Sanierungen unumgänglich macht.

 

Der Entsorgungsverband Saar, der heute bereits ein 1000 Kilometer langes Hauptsammlernetz betreibt, hat sich darum das Thema als eines der vordringlichsten auf seine Agenda gesetzt. Ein umfassendes Sanierungskonzept ist in Arbeit, erste Projekte sind bereits abgeschlossen, andere in der Umsetzung oder Planung. Für Sanierungsmaßnahmen stehen in den nächsten Jahren Investitionen in Höhe von 8 bis 10 Millionen Euro pro Jahr an. „Die Sanierung der überörtlichen Hauptsammler führt aber nur dann zu einer echten Optimierung der Gesamtinfrastruktur, wenn ebenso in den Kommunen das Thema offensiv angegangen wird“, so EVS-Geschäftsführer Dr. Heribert Gisch. „Das Abwasser-Forum des EVS sollte daher Anstoß zum Handeln geben und zugleich wesentliche Grundlagen vermitteln, die es braucht, um ein Sanierungsprogramm für die Abwasser-Infrastruktur in den Kommunen in Angriff zu nehmen“, so Gisch.

 

Das Veranstaltungsprogramm griff ein breites Spektrum unterschiedlicher Aspekte des Themas „Kanalsanierung“ auf: So wurde betrachtet, wo das Saarland im gesamtdeutschen Kontext mit der Qualität seiner Kanäle steht und wie gezielt Sanierungsstrategien entwickelt werden können. Vorgestellt wurden außerdem bewährte und innovative Verfahren sowie Erfahrungs-berichte von kommunaler Seite. Außerdem wurde aufgezeigt, wie wichtig der Erfahrungsaustausch auf fachlicher Ebene auch bei der Realisierung von Sanierungsprojekten ist. Gäste des bereits Wochen vor Veranstaltungstermin ausgebuchten Abwasser-Forums waren in erster Linie (Ober)Bürgermeister, Ratsmitglieder, Bauamtsleiter, Leiter und Mitarbeiter kommunaler Abwasserwerke aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz – aber auch zahlreiche Vertreter von Bauunternehmen und Ingenieurbüros waren gekommen.

 

Die Vorträge, die im Rahmen des Abwasser-Forums 2009 gehalten wurden, stehen im Internet unter www.evs.de/Infomaterial zum Download bereit. 

Saarländischer Staatspreis für Design: Auszeichnung für "EVS-Abfallquiz"

Im Rahmen des Wettbewerbs um den Saarländischen Staatspreis für Design 2009 wurde das digitale EVS-Abfallquiz im Bereich Kommunikationsdesign (Interaktive Medien) ausgezeichnet. Die Anerkennungsurkunde überreichte der Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, Dr. Christoph Hartmann, am 4. Dezember in der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Designer Christian Müller, Werbeagentur ACN Strohm & Neumann, und Ira Dawo, die das Projekt von Seiten des EVS federführend begleitete, nahmen die Auszeichnung gemeinsam entgegen. Insgesamt 29 Produkte aus den Bereichen Produkt- und Kommunikationsdesign (Print, Internet, Geschäftsberichte) wurden bei der diesjährigen Preisverleihung prämiert. 

 

Das interaktive Online-Spiel „EVS-Abfallquiz“ läuft auf der Webseite des EVS als eigenständiges Angebot und wird - speziell für den Einsatz in Kindergärten und Schulen - auch auf CD zur Verfügung gestellt. Das Quiz führt auf spielerische Weise in die komplexe Thematik der Mülltrennung und -entsorgung ein. In der Urteilsbegründung lobt die Jury insbesondere, „dass das Spiel selbst sehr einfach aufgebaut ist und auch von Kindern im Vor- und Grundschulalter sofort verstanden wird“. Aber auch Erwachsene hätten Freude an dem Spiel und würden die notwendigen Faktoren einer ökologisch richtigen Mülltrennung „quasi im Vorübergehen“ lernen. 

 

Im Internet: www.abfallquiz.de  und als CD unter http://www.evs.de/infomaterial/lehrmaterial-zum-bestellen/

 

Preisverleihung durch Wirtschaftsminister Dr. Christoph Hartmann in der HBK am 04.12.2009
Das Online-Spiel darf jetzt mit dem Logo werben.

Kooperation mit inexio KGaA für schnelles Internet

Glasfaser im Abwasserkanal soll bis 2011 Walhausen schnelles Internet bringen

Vor rund zwei Jahren besprachen die Geschäftsführungen der inexio und des Entsorgungsverbandes Saar die Idee: Warum sollte man nicht für die Anbindung sogenannter weißer Flecken modernstes Glasfaser in den Kanälen des EVS verlegen? Am 7.12.2009 unterzeichneten die Verantwortlichen der beiden Unternehmen auf der Grundlage eines aktuellen Projektes eine Kooperationsvereinbarung, die innerhalb eines guten Jahres dem Nohfeldener Ortsteil Walhausen den Anschluss an das schnelle Internet bringen soll. Durch die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur – was heute technisch ohne weiteres zu realisieren ist – werden Investitionen im ländlichen Raum für beide Infrastrukturanbieter günstiger. In der Folge können Orte mit ungenügender Anbindung schneller ans Internet angeschlossen werden.

 

EVS und inexio werden auch über das aktuelle Projekt hinaus in Zukunft Baumaßnahmen miteinander absprechen und wo möglich auch gemeinsam realisieren. Für den Telekommunikationsanbieter inexio bietet die Verlegung der Glasfaserkabel in den Kanälen des EVS eine weitere Option beim Ausbau des eigenen Netzes, der zurzeit im Saarland und Rheinland-Pfalz stark forciert wird.

„Die Kooperation macht für uns weitere Erschließungsmaßnahmen möglich“, erklärt David Zimmer, persönlich haftender Gesellschafter der inexio KGaA. „Davon profitieren Kommunen in ihrer Ansiedlungspolitik, Unternehmen, da eine schnelle und effektive Internetanbindung inzwischen zum Standortkriterium gehört und Privathaushalte, denen wir mit unserer Produktfamilie Quix ein attraktives Angebot machen.“ Und Thorsten Klein, ebenfalls persönlich haftender Gesellschafter der inexio ergänzt: „Wir haben bereits in Rheinland-Pfalz einige Kooperationsverträge mit Infrastrukturanbietern – zum Beispiel den Technischen Werken Kaiserslautern, die für beide Seiten erfolgreich laufen. Ich bin mir sicher, dass auch unsere Vereinbarung mit dem EVS für beide Parteien und die Kunden von Vorteil ist.“

 

Die beiden Geschäftsführer des Entsorgungsverbandes Saar zeigten sich erfreut über den Vertragsabschluss. „Gemeinsam können wir die Bevölkerung und die Unternehmen schnell und kostengünstig ans schnelle Internet anbinden“, stellt Dr. Heribert Gisch fest. „Damit zeigt sich das Saarland wieder einmal als Vorreiter in der Kooperation der Infrastrukturanbieter in der Fläche.“ Und sein Amtskollege Karl Heinz Ecker ergänzt: „Durch das abgestimmte Handeln werden Kosten gesenkt, die Erschließung schneller möglich und nicht zuletzt die Doppelung von Baumaßnahmen verhindert.“

 

Vertragsunterzeichnung am 07.12.2009

Dr. Heribert Gisch erneut stellvertretender Bundesvorsitzender der KPV

EVS-Geschäftsführer Dr. Heribert Gisch

Dr. Heribert Gisch, Geschäftsführer des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) und langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden, ist beim jüngsten Bundeskongress der Kommunalpolitischen Vereinigung von CDU und CSU Deutschlands (KPV) am vergangenen Wochenende in Mainz zum sechsten Mal in Folge erneut für zwei weitere Jahre zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden (seit 1999) gewählt worden. Die KPV vertritt die zehntausende von kommunalen Amts- und Mandatsträgern der Union.

In seiner Führungsfunktion kümmert sich Gisch seit Jahren um die wichtigen kommunalen Themenbereiche Bauen, Infrastruktur, Verkehr und Umwelt. Insbesondere die Folgen der demographischen Entwicklung für die kommunale Infrastruktur sind dabei von zentralem Interesse. So geht die erste bundesweite politische Grundsatzpositionierung zu dieser Thematik auf seine Initiative und Vorbereitung zurück (KPV-Bundesversammlung 2003: „Demographischer Wandel – Für eine zukunftsfähige Kommunalpolitik“).

In letzter Zeit hat Gisch im christlich-demokratischen Lager maßgeblichen Anteil an der Rückbesinnung auf die zentrale Rolle der öffentlichen Daseinsvorsorge und der kommunalen Unternehmen (KPV- Bundesversammlung 2008: „Daseinsvorsorge als Selbstbestimmung vor Ort entwickeln !“). Auch an der programmatischen Neuausrichtung der Umweltpolitik der CDU-Mutterpartei hat Gisch einen wichtigen Anteil. Zusammen mit der baden-württembergischen Umweltministerin Gönner war Gisch für die Neuformulierung der Themen Abfall- und Resourcenmanagement verantwortlich, wie sie auf dem Stuttgarter CDU-Parteitag im Dezember 2008 verabschiedet worden sind.