Die im Vergleich zur EVS-Abfallverwertungsanlage in Velsen hohen Kosten für das Abfallheizkraftwerk der EON Energy from Waste (EEW) in Neunkirchen sorgten bislang für heftige Kritik am bestehenden Vertragswerk. Um jegliche Chance zu nutzen, den hier vorhandenen Kostendruck zu mindern, nahmen die EVS-Geschäftsführung und Vertreter des EVS-Aufsichtsrates - entgegen aller wenig erfolgversprechenden Einschätzungen auch aus Fachkreisen - intensive Verhandlungen mit der EEW auf. Ziel war es, im Rahmen einer Nachtragsvereinbarung bessere Konditionen zu erwirken.
Was anfangs annähernd unmöglich schien, hatte nach einem 18monatigen Verhandlungsmarathon durchschlagenden Erfolg: Am 18. Februar konnten EVS und EEW eine zukunftsweisende Vereinbarung unterzeichnen, die im Wesentlichen folgende Punkte beinhaltet:
- Die EEW sichert zu, das einvernehmlich mit dem EVS festgelegte Kostenbudget für die Betriebskosten des AHKW Neunkirchen nicht zu überschreiten. Das entspricht einer Deckelung der Betriebskosten.
- Die EEW verpflichtet sich, sämtliche nicht durch den EVS genutzten Kapazitäten durch eigene Beschaffung aufzufüllen und dem EVS ein festgelegtes Entgelt pro Tonne Fremdmüll zu zahlen.
- Ebenfalls positiv wird sich die Neuordnung der Anlagenfinanzierung auswirken: Das bisherige Leasingmodell entfällt. Dafür wird ab 2010 auf eine konventionelle Finanzierung umgestellt. Das ergibt für den EVS Einsparungen von jährlich über fünf Millionen Euro.
Diese Ergebnisse ermöglichen es dem EVS, schneller und sicherer aus der Unterdeckung herauszukommen und schaffen Planungssicherheit für künftige zusätzliche Leistungen. Insbesondere nach Greifen des mengenanhängigen Gebührensystems im Jahr 2011 und nach Installierung zahlreicher Wertstoffhöfe auf hohem Standard wird es möglich sein, die Müllmengen, die in die thermische Verwertung gehen, drastisch zu verringern. Jede Gewichtstonne Müll, die über konsequente Mülltrennung nicht in der Grauen Tonne landet, reduziert die Kosten des Verbandes. So eingespartes Geld kann der EVS nach Tilgung der Schulden in zusätzliche Angebote für die Bürgerinnen und Bürger investieren.
Der EVS ist sehr froh, den Saarländerinnen und Saarländern dieses Ergebnis präsentieren zu können, das in Bezug auf den bisherigen Kostendruck wie ein Befreiungsschlag wirkt. Jetzt ist der Weg frei für eine offensive Umstellung auf ein mengenabhängiges Abfallgebührensystem und die Einführung attraktiver zusätzlicher Angebote – hier ganz zentral die Errichtung eines modernen komfortablen Wertstoffhof-Netzes.


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