1/2007

Erhöhung der Abwassergebühr trifft auf breite Akzeptanz in den kommunalen Räten

Um noch einmal ausführlich zu den Kostenentwicklungen bei Bau und Betrieb der saarländischen Kläranlagen zu informieren, sind die beiden Geschäftsführer des EVS, Karl Heinz Ecker und Dr. Heribert Gisch auch in den nächsten Wochen in den Räten der Kommunen zu Gast. Nachdem der Aufsichtsrat des Verbandes sich Anfang Dezember letzten Jahres für eine Gebührenerhöhung um 6% im Jahr 2007 ausgesprochen hatte, ist es nun an den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, die in ihren Räten erzielte Meinungsbildung zu dieser Thematik in die EVS-Verbandsversammlung als Entscheidergremium einzubringen. Dreh- und Angelpunkte der Kostensteigerung bei der Abwasserreinigung sind einerseits die immensen Investitionen in noch fehlende Abwasseranlagen (bis 2012 stehen noch 465 Millionen Euro an) und andererseits der zurückgehende Frischwasserverbrauch, der alleine in den  vergangenen zehn Jahren für Einnahmeverluste von 110 Millionen Euro beim EVS sorgte. Aber auch die steigenden Energiekosten und die Erhöhung der Mehrwertsteuer schlagen deutlich zu Buche. Die ausgesprochen offene und detaillierte Information des EVS trägt Früchte, denn kaum ein Gremium hat sich bislang den Fakten verschließen wollen. Vereinzelt gibt es sogar Ansätze, die Gebühren für einen überschaubaren Zeitraum noch stärker anzuheben, um dem finanziellen Bedarf Rechnung zu tragen. Voraussichtlich im April dieses Jahres wird die Verbandsversammlung die künftige Gebührenentwicklung beschließen.

 

Optimierte Sperrmüllabfuhr: Holz wird getrennt abgefahren

Seit Januar 2007 werden die Holzanteile im Sperrmüll von den durch den Entsorgungsverband Saar beauftragten Unternehmen getrennt mit einem gesonderten Fahrzeug abgefahren. Durch dieses Verfahren kann das zum Sperrmüll gehörige Holz zur Energiegewinnung genutzt werden, anstatt wie bislang mit dem restlichen Sperrmüll verbrannt zu werden. Die so frei gewordenen Verbrennungskapazitäten können wiederum auf dem freien Markt angeboten werden, um mit den entsprechenden Einnahmen die Gebühren stabil zu halten. Die getrennte Verwertung der Holzanteile im Sperrmüll ist ein konsequenter Schritt hin zu einer Optimierung der Abfallströme und damit zu einer sinnvolleren Ausnutzung vorhandener Kapazitäten und Rohstoffe. Für die Bürgerinnen und Bürger selber ändert sich praktisch nichts: Die Liste der zum Sperrmüll gehörenden Materialien bleibt gleich; die Bürger werden lediglich gebeten, die Holzanteile getrennt vom Restsperrmüll bereit zu stellen, um die Einsammlung zu vereinfachen. Fragen zur neuen Regelung und den hiervon betroffenen Kommunen beantwortet der EVS unter seiner kostenlosen Hotline 0800/5000-714.

 

... der Holzanteil am saarländischen Sperrmüll ist hoch

Konsequente Reduzierung des Energieverbrauchs auf Kläranlagen zeigt Erfolg

Der Energiebedarf für den Betrieb von Kläranlagen gewinnt aufgrund der steigenden Energiepreise und der wachsenden Zahl von Abwasseranlagen zunehmend an Bedeutung. Schon heute stellen die Energiekosten mit 8 Millionen Euro pro Jahr den viertgrößten Kostenblock für den Kläranlagenbetrieb dar. Aus diesem Grund setzt der EVS alles daran, die Verbräuche auf den Kläranlagen wo irgend möglich zu reduzieren – mit Erfolg, denn entgegen dem Bundestrend, der in den letzten beiden Jahren eine Steigerung um 25% aufweist, stiegen die Energiekosten beim EVS lediglich um 18%. Seit 2005 arbeiten die Abwasserfachleute des Verbandes in zwei Projekten gezielt daran, weitere Einsparpotentiale zu erschließen: So konnten zum Einen durch ein gezieltes Spitzenstrommanagement bereits kurzfristig erhebliche Einsparungen bewirkt werden. Darüber hinaus wurden mit Hilfe von Grob- und Feinanalysen fünf Kläranlagen auf ihre Energieverbräuche hin untersucht. Die so gewonnenen Kennzahlen wurden mit denen aus dem „Energiehandbuch Nordrhein-Westfalen", dem aktuellsten Nachschlagewerk zum Thema, verglichen. Hierbei stellte sich heraus, dass bei den untersuchten EVS-Kläranlagen – obwohl deren Verbrauch bereits vor der Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen vergleichsweise gering war - ein theoretisches Einsparpotential von ca. 20 - 25 % bestand. Um die sich hier zeigenden Chancen zu nutzen, wurde ein konkreter Maßnahmenkatalog erstellt, der zu einem großen Teil schon umgesetzt wurde. Die Auswertung der so gewonnenen Einsparungen ist aktuell in Arbeit. Die Ergebnisse werden wesentlich dazu beitragen, künftig weiterhin konsequent an einer Energiereduzierung auf allen Kläranlagen des EVS arbeiten zu können.

 

 

Eine der untersuchten Kläranlagen: Die Kläranlage Ottweiler